Gesundheit

Ab Juli: Neue zahnärztliche Kassenleistungen für Kleinkinder

Presse · 28.06.2019

 

Ab dem 1. Juli übernehmen alle gesetzlichen Krankenkassen für Kleinkinder schon ab dem 6. Lebensmonat zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen. Bisher waren diese erst ab dem 30. Lebensmonat Kassenleistung.

 

Zur Vermeidung frühkindlicher Karies wird damit eine Versorgungslücke geschlossen, da die erste Früherkennungsuntersuchung bereits mit Durchbruch der ersten Milchzähne erfolgen sollte. „Kleinkinder müssen bereits vom ersten Milchzahn an gut versorgt werden. Nur so können Karies und andere Zahnerkrankungen konsequent verhindert werden. Eltern sollten die neuen Früherkennungsuntersuchungen als Chance nutzen, eine natürliche Beziehung zwischen ihren Kindern und dem Zahnarzt aufzubauen. Der erste Zahnarztbesuch sollte bei Kindern in positiver Erinnerung bleiben und nicht erst bei Zahnschmerzen erfolgen“, sagt Norbert Sudhoff, Landesgeschäftsführer der Barmer für Hessen.

Nuckelflaschen können Zahnschäden verursachen. Im Alter vom 6. bis zum 33. Lebensmonat können Kinder insgesamt drei zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen in Anspruch nehmen. Bei den eingehenden Untersuchungen auf Zahn-, Mund-, und Kieferkrankheiten können Zahnärzte zum Beispiel feststellen, ob die Zähne durch Nuckelflaschen oder zuckerhaltige Nahrungsmittel bereits geschädigt sind. Im Rahmen der neuen Früherkennungsuntersuchungen klären Zahnärzte Eltern außerdem über das Entstehen von Zahnerkrankungen auf und geben Hinweise zur Zahnpflege.

Zusätzlich zu den Früherkennungsuntersuchungen wurden die Kassenleistungen für Kinder im Alter vom 6. bis 33. Lebensmonat um die Anwendung von Flourid-Lack zur Zahnschmelzhärtung ergänzt. Dieser Anspruch besteht zweimal je Kalenderhalbjahr. Früherkennungsuntersuchen werden von 35,4 Prozentder Kinder in Hessen genutzt. Zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen gehörten bisher ab dem 30. Lebensmonat zum Leistungsangebot der Krankenkassen. Wie Daten der Barmer zeigen, stieg die Inanspruchnahme dieser Leistungen bei Kindern im Alter vonzweieinhalb bis fünf Jahren in Hessen in der Zeit von 2010 bis 2017 leicht von 32,2 Prozent auf 35,4 Prozent.

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